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Geschichte des Ratshauses

Złotów wurde als eine Königstadt die Stadtrechte von dem polnischen König Kasimir dem Großen in 1370 verliehen sollten. Zum Thema des ersten Rathauses in Złotów gibt es keine näheren Informationen. Historische Überlieferungen bestätigen das Existieren des Stadtrathauses, das mit dem Schloss während des polnisch-schwedischen Krieges (1657) verbrannt wurde, erst im 16 Jh. Infolge der weiten Kriege, Epidemien und sehr schwierigen wirtschaftichen Lage wurde das Rasthaus nicht wiederaufgebaut. Das Stadtmagistrat von Złotów amtierte deswegen in gemieteten Räumen, und der Stadtrat sammelte sich zur Sitzungen in der Wohnung des Bürgermeisters. Zuletzt befanden sich die Büros des Magistrats im Haus des Bürgermeisters Brandt bei Plac Kościuszki, dann im Haus der Familie Kadow (westliche Seite von ul. Obrońców Warszawy), und zum Schluss im Gebäude der Überlandzentrale (heute ul. Zielona). Die Situation änderte sich am Anfang des 1. Weltkrieges. Am 14. März 1914 fasste der Stadtrat den Beschluss über den Bau eines neuen Rathauses. Der Autor des Bauprojekts war der damalige Leiter des Kreisbauamtes Adolf Behr. Die Bauarbeiten führten die Mauerfirmen von Rudnicki und Lehmann durch, und die Tischlereiarbeiten der Betrieb von Maks Radtki. Trotz des Krieges wurden die Arbeiten schon 1915 abgeschlossen. Kosten des Baus betrugen 68 Tausend Mark, und zusammen mit der Innenausstattung 97 800 Mark. Die in dieser Zeit fortschreitende Inflation glich schnell die Schulden aus. Eine offizielle Eröffnung fand am 28. Oktober 1915 statt.

Das Rathaus hat zwei Stockwerke mit teilweise ausgebautem Dachgeschoß, völlig unterkellert. Walmdach (schoberartig) ist an Wänden und Pfetten gestützt und verzehrt mit einem Türmchen mit Geländer. Im südlichen und westlichen Gipfel gab es zwei Uhren, die 1934 mit einer Uhr an der südlichen Seite ersetzt wurden. Der Rathausplatz wurde 1921 gepflastert. Im Rathaus befand sich eine Wohnung des amtierenden Bürgermeisters. Die Sitzungen fanden im Erdgeschoß statt. In den Jahren 1934-1935 wurde das Gebäude erweitert. Der schönste Raum war der Sitzungssaal mit vier großen bogenförmigen Fenstern mit Glasmalerei (heute das Sekretariat und Büro des Bürgermeisters). Mitten in der ersten Vitrage, in gewindeartiger Umrandung mit Fürchten, Vögeln und Juwelen ist der Stadtwappen: roter Hirsch zwischen grünen Laubbäumen in silbernen Umgebung. Das Fenster wurde vom Stadtmagistrat gestiftet. In der zweiten Glasmalerei, die durch die übrigen vier Städte des damaligen Kreises Złotów gestiftet wurde (Więcbork, Sępolno Krajeńskie, Krajenka und Kamień), in identischer Umrandung im Schild sieht man das Symbol der Vereinigung unter dem goldenen Korne, darunter zwei miteinander gebundene Hände. In der dritten Vitrage, gestiftet durch die Ausführer des Ratshauses, im Ornament aus Gewinden zusammen mit den das Schild haltenden Adlern befindet sich eine Frau mit einem Hammer, im Schild ein Zirkel – Symbol des Handwerks – der im Lorbeerlaub gefasst ist. Die Vierte Vitrage stiftete der Kreis Złotów. In identischer Umrandung wie im dritten Fenster ist das Symbol der Landwirtschaft lokalisiert: die Gestalt einer Frau mit einer Sichel in der Hand, die vor dem Ährenfeld steht.

Die übrige Ausstattung des Rathauses wurde 1945 zerstört, u.a. eiserner Kronleuchter mit 11 elektrischen Lampen; die durch den Verband der Złotów-Bewohner in Berlin gestiftet wurde  Hänge-Uhr; Tische und Eichenstühle der Sitzungssaals; Standuhr; Fahnen der Bäcker-, Schuhmacher- und Schneiderkammer, des Gymnastikvereines, Schießbrüderschaft und der Kämpfer – Kriegsbeteiligte; Porträts der preußischen Könige; Bilder der Bürgermeister von Złotów: Münzer, Steffanie, Brick, Löhrke und Haack; Porträts der Ehrenbürger der Stadt: Völtz (1847), Pchellas (1850) und Koch (1860); Porträt des berühmten Arztes Adalbert von Tobold (geboren in Złotów in 1827); Foto von Andrzej Karol Grudziński – ehemaligen Eigentümer von Złotów; Ölgemälde des Landrates und Eigentümers des Gebiets Złotów von Gerhardt und seiner Frau (1814); Gemälde des Schlosses in Malbork; Kupferstich der Belagerung des Schlossen in Złotów durch die Schweden in 1657 und andere Gegenstände.

Im Moment der Befreiung (31. Januar 1945) übernahm die Macht in der damals 2300 Bewohner zählender Stadt die russische Kommandantur (Kommandant Major Gonczarenko), die ihren Sitz in ul. Domańskiego 32 hatte. Der Vertreter des Polnischen Militärs in der Stadt war Leutnant Chróścicki. Der erste zeitweilige Bürgermeister in Złotów nach dem Krieg war Edward Putka, und seit dem 23. August 1945 Jan Kocik. Der Sekretär der Polnischen Arbeitspartei für den Kreis Złotów hieß Król. Das Stadtmagistrat amtierte im Schneider-Haus (plac Paderewskiego), weil die Räume des Rathauses am 4. Februar 1945 durch die Bürgermilitz (Zugführerkommandant Gumiński), und der sog. Hauptvorstand für Informationen des Polnischen Militärs, aus dem das Amt für Öffentliche Sicherheit (UB) entstanden ist, übernahm. Diese residierten hier bis Ende 1947. In dieser Zeit dienten die Rathauskeller als Untersuchungsgefängnis, in dem festgenommene Deutsche, dann Mitglieder der Heimatsarmee und andere Personen, die als Feinde des damaligen Volksrepublik galten, festgelhalten, verhört und gefoltert wurden. Während den rechtlosen Maßnahmen in den Rathauskellern starben viele Gefangene, deren Körper heimlich an unbekannten Stellen begraben wurden.

Das aktuelle Rathausgebäude wurde aufgrund der Erbauung des Sitzungssaales erweitert und modernisiert, und dient effektiv der Gesellschaft der Stadt Złotów.

Bearbeitet von: Prof. Joachim Zdrenka
 

 

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