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Das Gebäude wurde 1903 nach dem Entwurf des damaligen Stadtarchitekten Adolf Behr errichtet. Das Rathaus hat zwei Stockwerke mit teilweise ausgebautem Dachgeschoss, vollständig unterkellert. Das Walmdach wurde an den Wänden und Pfetten gestützt und mit einem Turm mit einem Geländer gekrönt. Auf dem südlichen und westlichen Gipfel gab es zwei Uhren, die 1934 mit einer auf der südlichen Seite ersetzt wurden.
Der schönste Raum war der Sitzungssaal mit vier großen bogenartigen Fenstern mit Glasmalerei (heute das Sekretariat und Büro des Bürgermeisters). Mitten in der ersten Vitrage, in gewindeartiger Umrandung mit Fürchten, Vögeln und Juwelen ist der Stadtwappen: roter Hirsch zwischen grünen Laubbäumen in silbernen Umgebung. Das Fenster wurde vom Stadtmagistrat gestiftet. In der zweiten Glasmalerei, die durch die übrigen vier Städte des damaligen Kreises Złotów gestiftet wurde (Więcbork, Sępolno Krajeńskie, Krajenka und Kamień), in identischer Umrandung im Schild sieht man das Symbol der Vereinigung unter dem goldenen Korne, darunter zwei miteinander gebundene Hände. In der dritten Vitrage, gestiftet durch die Ausführer des Ratshauses, im Ornament aus Gewinden zusammen mit den das Schild haltenden Adlern befindet sich eine Frau mit einem Hammer, im Schild ein Zirkel – Symbol des Handwerks – der im Lorbeerlaub gefasst ist. Die Vierte Vitrage stiftete der Kreis Złotów. In identischer Umrandung wie im dritten Fenster ist das Symbol der Landwirtschaft lokalisiert: die Gestalt einer Frau mit einer Sichel in der Hand, die vor dem Ährenfeld steht. Gegenwärtig sind sie in den Büros des Bürgermeisters und des stellenvertretenden Bürgermeisters zu sehen.
Sonstige Ausrüstung des Rathauses wurde 1945 zerstört. Auch in dieser Zeit (1945-47) wurde das Gebäude von Bürgermilitz und den sog. Hauptvorstand für Informationen des Polnischen Militärs, aus dem das Amt für Öffentliche Sicherheit (UB) entstand, übernommen. Das ist der schmachvollste Teil der Gebäudegeschichte, weil sich damals in dem Rathauskeller ein Ermittlungsgefängnis befand, in dem die festgehaltene Deutsche und danach auch Mitglieder von AK [Polnische Heimatarmee] und andere Personen, die als Feinde der Volksherrschaft festgehalten, verhört und gefoltert wurden.
Gegenwärtig ist das Gebäude der Sitz von Stadtverwaltung. Das Gebäude wurde um ein neues Flügel ausgebaut, in dem sich der Sitzungssaal befindet. Das Gebäude ist mit einer Signatur mit Fähnchen bekrönt, aus der täglich der Stadtturmlied zuzuhören ist.
Das Turmlied, das jeden Tag um 12.00 aus dem Rathausturm zu hören ist, komponierte der Gründer des Musikzirkels in Złotów, Stefan Kamprowski. Die erste Aufführung des Turmlieds fand 1967 statt. Die regelmäige tägliche Aufführung des Turmliedes wurde 1999 begonnen. Die Uhr auf dem Turm ist mit dem europäischen Zeitsystem gesteuert. Das Fähnchen auf der restaurierten Rathausturm, das die Funktion der Windfahne erfüllt, wurde 2002 nach dem Entwurf von Jerzy Jelonek ausgeführt.
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